Putzmeister im Portrait | Pumpen für die Welt
Im Leben von Karl Schlecht dreht sich zum Ende seines Maschinenbau-Studiums in den 50er Jahren alles um das Thema Pumpen. Der Vater ist im Baugeschäft im baden-württembergischen Filderstadt tätig und sucht zu dieser Zeit nach einer Lösung, Mörtel weniger mühevoll an Wand und Decke zu bringen. Heimkehrende Kriegsgefangene berichten von Pumpen, die hierfür in Russland zum Einsatz kamen. Karl Schlecht konstruiert zunächst eine Membranpumpe so um, dass die trotz des stark sedimenthaltigen Materials in der Lage ist, den Mörtel automatisch zu transportieren. Im Hinterhof des väterlichen Gipser-Betriebs entwickelt der angehende Ingenieur 1957 seine Geräte weiter und findet schließlich ein noch geeigneteres System: eine Kolbenpumpe mit speziell hart verchromtem Zylinder, die mit den unterschiedlichen Mörtelmischungen und -dicken verschleißfrei fertig wird. Im Jahr 1958 entsteht die erste kleine Fabrik. Die Mörtelpumpe wird schnell zum Verkaufsschlager und begründet so den Firmennamen Putzmeister.
Bauverfahren ändern sich rasant im Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. Transportbeton wird nach und nach zum wichtigsten Baustoff. Und wieder hat Karl Schlecht eine Lösung: mit einer neuartigen wasserhydraulischen Betonpumpe. Mit bis zu 3 Meter Kolbenhub lief sie bei großen Mengen ruhig und verschleissarm. So wird der Neuling in der Branche ab 1967 in nur zwei Jahren mit 40% Anteil zum Marktführer.
Heute ist Putzmeister ein weltweit tätiges Unternehmen mit fast 3.000Firmenangehörigen und einem jährlichen Umsatz von inzwischen wieder 600 Mio. Euro, nachdem 2007 krisenbedingt der Umsatz von 1 Mrd. Euro um 50% einbrach. Im Licht der Öffentlichkeit standen die innovativen Pumpen von Karl Schlecht in Tschernobyl und jetzt in Fukushima. Die per Luftfracht gelieferten, vier großen Mastpumpen bringen dort hohe Mengen Kühlwasser und Sensoren punktgenau in die schadhaften Reaktoren.
Karl Schlecht selbst widmet sich auch mit 78 Jahren noch solchen und ganz anderen innovativen Themen. Nachdem er 1998 sein Unternehmen in seine gemeinnützige Stiftung KSG einbrachte, stiftete er unter anderem den ersten deutschen Lehrstuhl für Windenergie an der Universität Stuttgart- und an der Universität Hohenheim einen weiteren für Entrepreneurship
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